Kehrwoche – Rechte, Pflichten und praktische Tipps für Mieter
💡 Das Wichtigste in Kürze:
- Kehrwoche ist eine Reinigungspflicht für Gemeinschaftsflächen in Mietshäusern, vor allem im Süden
- Gehweg, Hof, Treppenhaus und Eingangsbereiche werden nach einem wöchentlichen Wechsel-System gereinigt
- Bei Konflikten hilft die Hausordnung oder im Zweifelsfall der Vermieter bzw. die Hausverwaltung
Wer kennt das nicht: In süddeutschen Mietshäusern ist die Kehrwoche für viele Mieter ein festgehaltener Termin im Kalender. Doch was genau muss ich machen, wann bin ich dran und welche Bereiche gehören wirklich dazu? Dieser Artikel bringt Klarheit in die wichtigsten Fragen rund um die Kehrwoche.
Was ist die Kehrwoche überhaupt?
Die Kehrwoche ist ein Reinigungssystem, das es vor allem in Baden-Württemberg, Bayern und anderen Teilen Süddeutschlands gibt. Sie regelt, welcher Mieter oder welche Mietpartei wann die Gemeinschaftsflächen des Hauses reinigen muss. Statt dass ein professioneller Reinigungsdienst beauftragt wird, teilen sich die Bewohner diese Aufgabe untereinander auf – oft nach einem festgelegten Wochenplan. Dies spart Kosten und fördert das nachbarschaftliche Miteinander, auch wenn es manchmal zu Diskussionen führt.
Was gehört zur Kehrwoche (Gehweg, Hof, Treppenhaus)?
Die genauen Bereiche sind in der Hausordnung oder im Mietvertrag festgehalten. Typischerweise umfasst die Kehrwoche das Treppenhaus, die Flure, den Eingangsbereich und oft auch den Gehweg vor dem Haus. Manche Häuser mit Innenhof erwarten auch die Reinigung des Hofbereichs. Nicht zur Kehrwoche gehören dagegen die privaten Wohnungen – hier ist jeder selbst verantwortlich. Fensterrahmen oder die Reinigung von Außenfassaden sind in der Regel ebenfalls ausgenommen. Wichtig: Immer die eigene Hausordnung prüfen, denn die Regelungen können unterschiedlich sein.
Wann bin ich dran (Wechsel-System)?
Die Kehrwoche funktioniert nach einem Rotationssystem. Jeder Haushalt ist eine Woche lang verantwortlich. Der genaue Termin – ob Montag bis Freitag oder Samstag bis Freitag – ergibt sich aus einem Kehrplan, der meist im Hausflur aushängt. Bei vier Parteien im Haus hat also jeder monatlich eine Woche Reinigungsdienst. Manche Häuser haben längere oder kürzere Zyklen, je nach Anzahl der Bewohner. Der Plan sollte deutlich sichtbar angebracht sein, damit es keine Verwechslungen gibt.
Was passiert bei Streit?
Konflikte entstehen oft, wenn eine Partei ihre Kehrwoche vergisst oder nur halbherzig erledigt. Das erste Gespräch sollte ruhig unter Nachbarn stattfinden. Hilft das nicht, ist die Hausordnung oder der Mietvertrag der Maßstab. Im schlimmsten Fall kann der Vermieter oder die Hausverwaltung einschreiten. Wiederholte Vernachlässigung kann sogar zur Abmahnung führen. Manche Häuser beauftragen dann einen Reinigungsdienst und verteilen die Kosten auf alle Parteien – nicht immer die beliebteste Lösung.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich meine Kehrwoche tauschen?
Ja, in Absprache mit anderen Mietern ist ein Tausch meist möglich. Dies sollte aber vorher im Kehrplan dokumentiert werden, damit es keine Verwechslungen gibt.
Was kostet die Beauftragung eines Reinigungsdienstes statt Kehrwoche?
Das ist Verhandlungssache. Der Vermieter darf zusätzliche Kosten für professionelle Reinigung aber nicht einfach umlegen – es sei denn, alle Mieter stimmen zu.
Ist die Kehrwoche gesetzlich vorgeschrieben?
Nein, sie ist regional üblich und wird durch Hausordnung oder Mietvertrag geregelt. Der Vermieter kann sie auch abschaffen und einen Reinigungsdienst bezahlen.
Die Kehrwoche ist ein bewährtes System, das Kosten spart und Nachbarschaft fördert – sofern jeder seine Verantwortung ernst nimmt. Mit klaren Absprachen und gegenseitigem Respekt läuft sie reibungslos.